Die Lücke, um die es geht
Der letzte Beta-Client ist 1.60.1.70009, eingespielt am 24. September mit Blizzards Entwicklungsnotizen daneben. Vier Tage später ist er immer noch der Client. Wer einen Build-Tracker fragt, was sich seitdem geändert hat, bekommt "nichts" - weil die Zahl, auf die er schaut, stillsteht.
Die Daten haben sich derweil bewegt. Blizzard schickt Korrekturen in einen
laufenden Test über einen Hotfix-Cache statt über einen Client-Patch:
über die Datei DBCache.bin, die der Client auf seine eigenen Tabellen
obendrauf lädt. An der Versionsnummer ändert sich dabei nichts. Es ist
dasselbe Verfahren, das im laufenden WoW seit Jahren benutzt wird; einen
eigenen Text ist es hier wert, weil es in einem fünfwöchigen Test die meiste
Arbeit erledigt.
Wie man es von außen sieht
Den Cache selbst kann man nicht lesen, aber man kann jemandem zusehen, der regelmäßig daraus neu erzeugt. Ein quelloffenes Simulator-Projekt zieht die Beta-Daten von Blizzards CDN samt aktuellem Hotfix-Cache und öffnet einen Pull Request, sobald das Ergebnis vom letzten Mal abweicht.
Zwischen dem 26. und dem 27. September ergab das vier Durchläufe, alle mit derselben Client-Buildnummer und einem anderen Hotfix-Datum. Hätte sich nichts geändert, wäre nichts zu committen gewesen.
Was sich am 26. bewegt hat: eine Handvoll Gegenstandsdatensätze, darunter eine Waffe aus Classic - der Gizmotron Megachopper -, deren Zufallswert-Budget angepasst wurde, dazu Einträge in einem hohen ID-Bereich, die es im Durchlauf davor nicht gab, unter ihnen ein Schild namens Painwalker Buckler.
Was sich am 27. bewegt hat: drei weitere Classic-Gegenstände angefasst (Humbert's Helm, Jurassic Wristguards, Watchman Pauldrons), fünf Gegenstände dazugekommen, die tags zuvor fehlten - Nature's Cull, Wail of Death, Mark of the Red Flight, Eternally Frozen Band, Snapped Branch Wand - und vier Effekte sind aus einer Liste "ungeklärt" verschwunden, was genau dann passiert, wenn die Daten dahinter endlich da sind.
Eine Ankündigung ist das alles nicht. Es ist der Unterschied zwischen zwei Auslesungen desselben Builds - eine schwächere Aussage als eine Patchnotiz und eine stärkere als ein Gerücht.
Warum das für alles andere zählt, was man gerade liest
Drei Folgerungen, und die dritte ist unsere eigene.
Eine Buildnummer ist kein Datum. "In 70009 unverändert" und "seit dem 24. unverändert" sind zwei verschiedene Aussagen, und die erste wird regelmäßig geschrieben, wenn die zweite gemeint ist. Zwei Tracker können über dieselbe Woche ehrlich uneins sein, weil der eine Dateien liest und der andere Versionsnummern.
Ein behobener Fehler hinterlässt womöglich keine Spur. Blizzards Liste der bekannten Probleme wird im Beitrag selbst bearbeitet statt neu geschrieben, und eine serverseitige Korrektur bewegt keine Zahl. Das Fehlen einer Notiz ist also kein Beleg, dass ein Problem noch besteht - und eine höhere Buildnummer keiner, dass es weg ist.
Unsere eigenen Talent-Schnappschüsse haben diesen blinden Fleck. Der Rechner hier ist aus Dateien gebaut, die aus einem Client gelesen und mit dessen Build beschriftet sind. Ein per Hotfix geändertes Talent taucht im nächsten Vergleich nicht auf, weil der nächste Vergleich stattfindet, wenn ein neuer Client kommt. Wir haben 1.60.1.70009 gelesen und lesen den nächsten; die Tage dazwischen sind nicht abgedeckt, und das hinzuschreiben ist billiger, als später damit aufzufallen.
Eine Behauptung, die wir bewusst nicht mitnehmen
Seit dem 25. läuft die wiederkehrende Meldung, der Grundschaden von Zaubern sei flächendeckend gesenkt worden, ohne Notiz. Eine Antwort von Blizzard haben wir in keinem der Threads dazu gefunden, und in den Notizen vom 24. September steht die Änderung nicht.
Möglich ist sie - sie ist genau die Sorte Änderung, von der dieser Text sagt, dass sie unsichtbar passieren kann. Sie ist aber genauso die Sorte Behauptung, die in einer Beta-Woche entsteht, in der sich die Zahlen aus mehreren Gründen gleichzeitig bewegen. Bis jemand zwei Messungen desselben Zaubers nebeneinanderlegt, bleibt sie aus den Datenseiten hier heraus.